Die Kreuzkapelle in Altenbeken
Geschichte eines bedeutenden Baudenkmals
Die Kreuzkapelle in Altenbeken, von vielen Einwohnern auch als „Alte Kirche am Viadukt“ bezeichnet, gehört zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Bauwerken des Ortes. Sie steht am Alten Kirchweg und ist heute als denkmalgeschützte Kapelle erhalten.
Bereits im Jahr 1520 wurde im Beketal eine erste kleine Kapelle in Fachwerkbauweise errichtet. Da dieses Gotteshaus im Laufe der Zeit baufällig geworden war, ließ der Paderborner Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg im Jahr 1669 die alte Kapelle abbrechen und durch eine massive steinerne Kreuzkapelle ersetzen. Die neue Kapelle war dem Heiligen Kreuz geweiht und diente vermutlich auch als Wallfahrtskirche.
Die Verehrung des Heiligen Kreuzes besitzt in Altenbeken eine jahrhundertelange Tradition. Bereits im 17. Jahrhundert sind Kreuzprozessionen und Wallfahrten belegt, die zahlreiche Gläubige anzogen. Mit dem Wachstum des Ortes durch Handel, Verkehr und später die Eisenbahn wurde die Kapelle jedoch zu klein. Trotz einer Erweiterung im Jahr 1864 reichte ihr Platzangebot nicht mehr aus.
Nachdem Altenbeken 1894 eine selbstständige Pfarrgemeinde geworden war, entstand 1904/1905 die neue Heilig-Kreuz-Kirche. Die alte Kreuzkapelle verlor damit ihre Funktion als Pfarrkirche.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kapelle bei den Luftangriffen auf Altenbeken im November 1944 schwer beschädigt. Nach dem Krieg erfolgte ein vereinfachter Wiederaufbau in kleinerer Form.
Besonders sehenswert sind das barocke Säulenportal mit der Jahreszahl 1669, eine Kreuzigungsgruppe aus dem 18. Jahrhundert sowie eine Hängemadonna mit Putten. Diese Ausstattungsstücke erinnern bis heute an die lange religiöse Tradition der Kreuzkapelle und ihre Bedeutung für die Geschichte Altenbekens.